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Achim Stiermann ist ein Künstler, der seine Arbeiten mitten in die Plastikgesellschaft und Konsumwelt stellt, der er die Baumaterialen und Elemente seiner Kunst entnimmt.
Seine Arbeiten sind ideenbasiert, transdisziplinär und dimensionsübergreifend. Oft operiert er im öffentlichen Raum, außerhalb des klassischen Ausstellungsrahmens.
Der Trinkhalmenthusiast verwendet auch sonst gerne weiche und fragile Materialien:
Das Profane des Alltags – neben den Trinkhalmen Nudeln, Zuckerwürfel, Styropor oder Pappkartons – setzt Stiermann in seinen Skulpturen und Installationen in einen formal und inhaltlich neuen Zusammenhang.
Achim Stiermann ist ein Spieler zwischen den Stoff- und Genrewelten, der in immer neuen Material- und Raumkombinationen Funktionen permanent auflöst und wieder neu zusammensetzt. In ihrer netzartigen Struktur vollführen die so entstandenen Raumzeichnungen eine Mimesis des Digitalen.
Seine Bildträger aus dem Alltag katapultiert er – im wahrsten Sinne des Wortes – immer wieder in neue Dimensionen. Derart in Schwingung, Spannung und Entspannung versetzt und dem ursprünglichen Zweck entbunden, zeigen sie plötzlich ganz neue Eigenschaften: Das Banale ist komisch, funktional, witzig oder poetisch geworden – und manchmal all dies gleichzeitig.
In den Raumgebilden und Bildwelten des kreativen Handwerkers Stiermann prallen sie alle aufeinander: das Statische und das Bewegte, das Analoge und das Digitale, das Fragile und das Stabile, Chaos und Ordnung, der Zwang der Logik und ihr Scheitern, die Regel und ihre Ausnahme, das wasserdichte Konzept und der Strich durch die Rechnung – absurde Kombinationen mit subtilem Augenzwinkern.


Thomas Elsen
Volles Rohr. Achim Stiermann im Augsburger Höhmannhaus

Das Feld, in dem er künstlerisch agiert, ist anhand geläufiger Charakterisierungen kaum bestimmbar. Und er selbst lässt sich höchst ungern festlegbaren Kategorien zuordnen. Achim Stiermann arbeitet im Atelier genauso akribisch wie im öffentlichen Raum, er operiert transdisziplinär und als kreativer Experimentator im weitesten Sinn. Sein künstlerisches Handeln bewegt sich zwischen Spontanität und Hartnäckigkeit, Humor und experimenteller Neugier, sowie großer Präzision in der technischen Umsetzung seiner Vorhaben, die sich mit einer spürbaren Lust am Absurden mischt. Dies gilt für wohl alle Medien, die in seinen Projekten bislang Verwendung fanden: Für seine konzeptuelle Malerei und die kinetischen Objekte genauso, wie für die performativen Inszenierun- gen oder das Medium des bewegten Bildes. Stiermanns Ideen-Reservoir scheint noch längst nicht erschöpft, und das Spektrum der Formen, durch die Ideen zu Kunst werden, ist entsprechend groß.
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Marina Grzinic
Den Prozessor nachstellen
Über Roland Seidels und Achim Stiermanns »MAN OS 1 / Extraordinateur«
Springerin 03/06

Roland Seidels und Achim Stiermanns Projekt »MAN OS 1 / extraordinateur« ist eine performative Videoarbeit, die rund fünfzehn Minuten dauert, deren Realisierung die beiden Künstler aber einige Jahre gekostet hat. Die Arbeit wurde kürzlich vollendet, doch haftet ihr immer noch der Charakter eines Work-in-Progress an. Gut, kann man sagen, nichts Neues, heute geht alles in Richtung Prozessualität, die ein Hauptmerkmal zeitgenössischer Kunstwerke zu sein scheint. Doch die Logik hier ist eine andere, und es bleibt zu hoffen, dass die Mainstream-Medien-Kommerz-Maschine nicht allzu schnell auch dieses Meisterwerk experimenteller visueller Erfindungen entführen und zu Werbeclips verarbeiten wird.
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